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Filesharing Gedanken

In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit ein paar Gedanken zu BitTorrent filesharing und dem vorgehen der Content-Mafia. Frankreich will ja da gerade so ein neues Gesetzt erlassen um Leuten die illegal Dateien tauschen den Internetanschluss ab zu klemmen. Irgendwie muss dafür ja festgestellt werden ob jemand illegal Dateien tauscht oder nicht. Nun kann man über bittorrent ja auch ganz egal Dateien tauschen. Für die Tatsache ob das Handeln illegal ist oder nicht kommt es auf die Daten an die man tauscht.

Die Frage ist nun wie will der Staat feststellen ob ich illegal Daten tausche?

Dazu muss man sich erstmal ansehen wie denn bittorrent funktioniert. Man erstellt eine sog. torrent-datei für die Daten die man tauschen möchte. Die Torrent-Datei enthält nur eine Prüfsumme der Datei, und einige andere Meta-Angaben über die Daten (Größe, Dateiname(n), Anzahl der Einzelteile, Größe der einzelnen Teile,…). Die Torrent-Datei wird veröffentlicht. Die Veröffentlichung kann auf verschiedene Arten passieren, per Email, per Webserver, FTP,…. Die Torrent-Datei selber enthält nichts der eigentlichen Daten die getauscht werden sondern nur Metainformationen dieser Daten. Ein Nutzer der die Daten gerne herunterladen möchte braucht eine Bittorrent-Client-Software. Die Client-Software liest die Torrent-Datei ein und wertet die darin enthaltenen Metadaten aus. Die Software weiß dann welche Daten es laden muss, welche Prüfsumme die Daten am Ende ergeben müssen, wie groß die Daten sind und wie der Dateiname ist. Ausserdem steht in der Torrent-Datei noch drin welche Tracker für diese Daten / diesen Torrent benutzt werden.

Ein Tracker ist ein Server der die Bittorrent-Clients koordiniert. Jeder Client verbindet sich nach dem einlesen der Torrent-Datei zu den dort angegebenen Trackern. Der Client sagt den Trackern das er die Daten zu dieser oder jener Torrent-Datei gerne haben möchte, ggf. gibt der Client dem Tracker auch an wieviel und welche Teile der Daten er evtl. schon vorliegen hat, usw…. Ausserdem erfährt der Tracker so die IP Adresse und den Port des Clients. Der Tracker schickt dem Client dann evtl. eine Liste mit den IP Adressen und Ports einiger anderer Clients die nach diesen Daten gefragt haben. Der Client seinerseits nimmt die Liste und versucht die angegebenen Clients (Peers) zu kontaktieren. Peers tauschen untereinander die Daten-Teile die sie gerne noch hätten und die, die sie schon haben aus. Diese Kommunikation kann bei modernen Clients auch verschlüsselt ablaufen. Bei diesem Vorgehen wird selten eine Datei komplett aus einer Quelle (von enem Peer) geladen, normalerweise läd man sich die Daten in kleinen Häppchen bei dutzenden von verschiedenen Peers. Ein Peer kann auch Teile der Daten an andere Peers weitergeben ohne selber die kompletten Daten vorliegen zu haben. Ja de facto kann ein peer sogar daten schicken die gar nicht die richtigen sind und die gegenseite kann das erst am ende der zu übertragenden Teilmenge feststellen. Solch eine Gruppe von Peers welche die selben Daten laden/tauschen, nennt man Schwarm (engl. swarm). Ich kann also lustig teil eines Schwarms sein, die Daten gar nicht haben aber diese (vorgeblich) fleißig mit anderen peers austauschen.

Wo und Wie will der Staat nun in Erfahrung bringen was ich da tausche und ob das illegal ist? Ich kann ja so z.B. meiner Schwester auch die Backupkopie ihrer Lieblings-DVD verfügbar machen wenn sie diese braucht und das backup bei mir lagert. Das ist bestimmt nicht illegal. Solch ein Datentransfer unterscheidet sich nun aber in nichts von einem illegalen, gar nichts wohl möglich noch nicht einmal die übertragenen Daten. Also der Staat wird das eh nicht selber machen, sondern auf die digitalen Blockwarte der Content-Mafia vertrauen.

Also wie wollen die digitalen Blockwarte der Content-Mafia das rausfinden? Am Anfang haben die ein Problem, sie wissen gar nichts. Also gehen sie auf die ihnen bekannten Torrent Webseiten (thepiratebay.org) und suchen dort nach dem Werken ihrer Auftraggeber. Dann laden sie den Torrent runter und fragen beim angegebenen Tracker nach anderen Clients. Der Tracker schickt eine IP:Port liste zurück.

Manche rennen jetzt schon los, weil sie denken sie haben nun eine liste mit Leuten die ihre Werke stehlen. Die etwas besseren laden sich die Datei tatsächlich runter, haben dafür dann auch eine extra Genehmigung vom Auftraggeber. Merken sich die IP Nummern mit denen sie während des dowloads Kontakt hatten und rennen damit los.

Die Probleme mit diesem Vorgehen:

  • In der IP-Liste vom Tracker stehen wahrscheinlich auch IPs die die Daten nicht haben, nie hatten und auch nicht danach gefragt haben. Die Tracker sind dazu übergegangen einfach IPs (die es wirklich gibt) zu erfinden und in die Liste einzutragen.

  • Man kann leicht auf so eine Liste kommen indem man unbemerkt und auch unbeabsichtigt nach diesen Daten fragt z.B. während man im Web surft. Mit einem Webdot wie dem am Anfang des Artikels :-). Wußtest du das deine IP gerade nach Heros in HD Qualtität gefragt hat? Nein! Hat Sie! Hast du Heros getauscht? Nein hast du nicht!

Also schön cool bleiben wenn man böse Briefe bekommt und nicht ins Boxhorn jagen lassen. Sollen sie mal beweisen das du das wirklich getauscht hast. Bis dahin muss das Gegenteil gelten!